Wilde Früchte

Als Wildobst werden Früchte bezeichnet die nur in geringem Maß züchterisch verändert wurden. Durch die Jahrhunderte lange Kultivierung der Pflanzen ist die Unterscheidung allerdings heute nicht immer eindeutig. Sie sind schön anzuschauen und schmücken Landschaft und Gärten mit ihren leuchtenden Farben: im Frühjahr mit hell strahlenden Blüten und im Herbst mit bunten Früchten und Blättern.

Wildfrüchte bereicherten über Jahrtausende den Speiseplan des Menschen und noch heute lassen sich aus ihnen kulinarische Köstlichkeiten zubereiten. Eine Vielzahl heimischer Wildfrüchte zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen aus, das macht sie sehr gesund. 

Ihr besonderer Reiz aber, liegt im außergewöhnlichen, unverwechselbaren, säuerlichen-süßen, etwas herben Geschmack. Einmal genossen, werden Sie das besondere ausgeprägte Aroma auf ihrem Frühstückstisch und als Begleiter zu Käse und Wildgerichten schätzen.

Der Jahreszeitenkalender

Die Ernte beginnt mit den Löwenzahnblüten. Auf unbelasteten Wiesen nahe eines Naturschutzgebietes werden die Blütenknospen einzeln gesammelt, die gelben Blütenblätter abgezupft und diese dann weiterverarbeitet.

Ende Mai beginnen dann die Holunderblüten,  ihrem unverwechselbaren Duft auszuströmen. Die Ernte erfolgt  in den Wäldern und Waldrändern des Teutoburger Waldes.

Dann folgen die ersten Früchte. Den Anfang macht die Felsenbirne. Aus ihr lässt sich ein köstlicher, nach Marzipan erinnernder, Fruchtaufstrich herstellen. Hier muss die Ernte sehr schnell erfolgen, denn sie sind für Vögel eine begehrte Frucht im beginnendem Sommer.

Danach lockt die Kornelkirsche im Spätsommer mit ihren ovalen dunkel roten Früchten. Um an ihr süßlich herbes Fruchtfleisch zu gelangen, müssen die relativ großen Kerne mit etwas Mühe herausgelöst werden. Aber das Ergebnis lohnt sich - mmmh.

Die Traubenkirsche reift fast zur gleichen Zeit. Die überhängenden Zweigen der kleinen Bäume sind nun gefüllt mit unzähligen kugeligen schwarz-roten Früchten. Aus ihnen lässt sich ein köstlicher leicht bitterer Saft herstellen der u.a. in Mischfruchtaufstrichen verarbeitet wird.

Schon bald leuchten die orangeroten Apfelfrüchte der Eberesche weithin sichtbar in vielen Gärten, besser bekannt als Vogelbeere. Ihre Früchte schmecken leicht bitter weshalb sie kurzem Frost ausgesetzt werden. Ihr hoher Gehalt an Vitamin C macht sie so besonders.

Im Frühherbst reifen die Holunderbeeren zur gleichen Zeit mit den Waldbrombeeren. Aus den Früchten des Holunder wird ein Saft gewonnen, der anschließend zu Sirup und Gelee weiterverarbeitet wird, köstlich und gesund.

Die wilden Waldbrombeeren schmecken besonders aromatisch. Die reifen Früchte werden durch ein Sieb gestrichen damit ihre vielen kleinen Samen den Genuss nicht stören.

Weißdorn und Schlehe bilden den Abschluss des Erntejahres. Die roten, wie Miniäpfel aussehenden Früchte des Weißdorns werden ebenfalls zu einem Mus verarbeitet. Danach mit anderen Früchten gemischt und mit Gewürzen verfeinert.

Die herb schmeckenden Früchte der Schlehe werden durch Gefrieren milder im Geschmack. Erst danach werden sie weiter verarbeitet. Mit Pflaumen vermengt ein ganz besonderer Genuss.